Ein Wechsel der Wohngebäudeversicherung aufgrund der Beitragserhöhung lohnt sich nicht unbedingt. Schließlich wird es aufgrund steigender Kosten durch Unwetterschäden branchenweit Beitragsanpassungen geben. Besonders, wenn es in den letzten Jahren bereits zu einem Schaden gekommen ist, kann es schwierig werden, eine günstige Alternative zur bisherigen Wohngebäudeversicherung zu finden. Besteht jedoch eine Vorversicherung von beispielsweise fünf oder mehr Jahren und es kam in dieser Zeit zu keinem Schaden, dann finden Hausbesitzer oft ein anderes Angebot.

Beitragserhöhung oder Umstellungsangebot: So reagieren Sie richtig

Wenn Sie den Brief ihrer Versicherung erhalten haben, in dem angekündigt wird, dass ihr Vertrag zu den bisherigen Konditionen nicht fortgeführt werden kann, dann sollten Sie nicht sofort ablehnen, sondern zunächst neue Angebote einholen und mit dem alten Versicherungsschutz vergleichen. Sollte das zeitlich nicht möglich sein, akzeptieren Sie zunächst das Fortführungsangebot mit einer kurzen Laufzeit (keinen 3 Jahresvertrag unterschreiben!) Denn verweigern Sie ihre Unterschrift, so droht Ihnen die Kündigung durch den Versicherer. Das führt zu einer erschwerten Annahme bzw. zur Ablehnung anderer Versicherer. Es ist daher immer empfehlenswert, dass die Kündigung vom Kunden ausgeht – nachdem Angebote von anderen Versicherern eingeholt und diese verglichen wurden.

Diese K.O. Kriterien sollte eine Wohngebäudeversicherung erfüllen

Viele Versicherer bieten mittlerweile 2 oder mehr Varianten an. Bei den Billigvarianten, die oft “Basis, Standard, Kompakt oder Klassik” genannt werden, sind u.a. die folgenden K.O. Kriterien nur unzureichend oder gar nicht versichert. Deshalb wird davon abgeraten, einen solchen Tarif zu wählen – im Schadenfall kann der Geiz existenzbedrohend werden! 

  • Der Versicherer verzichtet für alle Schäden bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme auf sein Recht, die Versicherungsleistung zu kürzen, wenn die/der Versicherungsnehmer/in den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt hat.
  • Überspannungsschäden: Schäden, die durch Überspannung, Überstrom oder Kurzschluss infolge eines Blitzes an versicherten elektrischen Einrichtungen und Geräten entstehen, werden zumindest bis 25.000 Euro übernommen.
  • Aufräum- und Abbruchkosten: Kosten für das Aufräumen und den Abbruch versicherter Sachen, für das Wegräumen und Abfahren von Schutt und sonstigen Resten dieser Sachen zum nächsten Ablagerungsplatz und für das Ablagern und Vernichten werden bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme übernommen.
  • Dekontaminationskosten: Der Versicherer übernimmt die Kosten für die Dekontamination von Erdreich, die die/der Versicherungsnehmer/in infolge einer Kontamination durch einen Versicherungsfall aufgrund behördlicher Anordnungen aufwenden muss, um den Zustand des Versicherungsgrundstückes vor Eintritt des Versicherungsfalles wiederherzustellen bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme bzw. zumindest bis 500.000 Euro.
  • Bewegungs- und Schutzkosten: Kosten, die dadurch entstehen, dass zum Zweck der Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung versicherter Sachen andere Sachen bewegt, verändert oder geschützt werden müssen, werden bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme übernommen.
  • Nutzwärmeschäden: Brandschäden, die an versicherten Sachen dadurch entstehen, dass sie einem Nutzfeuer oder der Wärme zur Bearbeitung oder zu sonstigen Zwecken ausgesetzt werden, sind bis zu 100 Prozent der Versicherungssumme mitversichert.

Was ist sonst noch zu beachten?

Bei einem Neuabschluss bzw. einer Neuordnung empfiehlt es sich, auch gleich die Versicherungssumme zu prüfen. Wenn Sie einen Pool, Gewächshaus, Carport etc. besitzen, ist zu prüfen, inwieweit Versicherungsschutz besteht und ob die Versicherungssumme ausreichend ist. Dies gilt auch für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Abschließend wird geraten alle Antragsfragen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

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